Osnabrück: Schlossgarten, Ledenhof

Das Fördergebiet befindet sich in direkter Innenstadtlage, etwa 260 Meter vom Neumarkt als zentralem Punkt der Innenstadt entfernt. Die nähere Umgebung ist durch innerstädtische Wohnbebauung und weiteren Freiflächen, wie dem südlicher gelegenen Willy-Brandt-Platz gekennzeichnet. Der derzeitige Bestand des Fördergebiets umfasst zwei innerstädtische Freiräume, die zurzeit durch eine prägende Verkehrsachse voneinander getrennt sind, sowie umliegende bzw. im Freiraum liegende Gebäude.

Im nördlichen Freiraum – dem Platzbereich des Ledenhof – herrschen erhebliche Missstände aufgrund des schlechten Pflege- und Allgemeinzustands des Freiraums. Ein weiterer wichtiger Anknüpfungspunkt der Sanierung ist die fehlende Barrierefreiheit insbesondere im nördlichen Bereich, teilweise aber auch im Schlossgarten. Nördlich des Ledenhofs schließt ein Gebäudekomplex an das Fördergebiet an, der als Seniorenresidenz genutzt wird, weshalb die fehlende Barrierefreiheit hier von besonderer Bedeutung ist. Der Platzbereich des Ledenhofs ist in der Öffentlichkeit nicht präsent. Das Gebäude Ledenhof ist derzeit Sitz der Stiftung Friedensforschung und des Literaturbüros Westniedersachsen und befindet sich in einem ebenfalls sanierungsbedürftigen Zustand. Von außen sichtbar ist der schlechte Zustand der Fassade, sowie der Fenster des Gebäudes. Der Schlossgarten im südlichen Bereich des Fördergebiets unterliegt unter anderem aufgrund seiner innerstädtischen Lage einem besonderen Nutzungsdruck, vor allem durch Studierende, die den Schlossgarten gerne in ihrer Freizeit frequentieren. Die angrenzenden Universitätsgebäude östlich dieser Freifläche wurden aufgrund ihres funktionalen Zusammenhangs mit dem Schlossgarten (Nutzergruppen) in das Fördergebiet aufgenommen. Die Historie des Schlossgartens ist von erheblicher Bedeutung, weshalb dieser zu einem erheblichen Teil denkmalgeschützt ist. Für den Bereich des Schlossgartens wurde bereits ein landschaftsplanerischer Wettbewerb durchgeführt aus dem das Konzept des Büros POLA Landschaftsarchitekten als erster Sieger hervorging.

 

Entwicklungsziele

Teilbereich Schlossgarten:

  • Schaffung eines attraktiven Grün- und Freiraums

  • Verbesserung der Biodiversität durch neue Bäume und mehr Pflanzfläche

  • Verbesserung der Wegeführung und Zugänglichkeit

  • Energieeffizientes Lichtkonzept und Verringerung der Lichtverschmutzung
  • Stärkung des Standortes durch Verknüpfung mit der Umgebung

  • Sicherere Gestaltung des Gartens als Spiel- und Bewegungsraum

Teilbereich Ledenhof:

  • Fachgerechte Sanierung des historischen Gebäudekomplexes Ledenhof
  • Attraktive Gestaltung des Platzes zwischen Schlossgarten und Neuer Graben

  • Unterstützung des Konzepts der Stadt der kurzen Wege und Förderung von CO2-freier Mobilität
  • Barrierefreie Gestaltung und Verbesserung des Grün- und Freiraums

Teilbereich Neuer Graben:

  • Optimierung der relevanten Ost-West-Achse für den ÖPNV, Fuß- und Radverkehr
  • Langfristige Reduzierung des CO2-lastigen Verkehrsaufkommens
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit im Straßenraum

  • Anpassung der Nebenanlagen an die städtebauliche Situation im Rahmen eines Gesamtkonzepts

Leistungsumfang

  • Beratung und Betreuung bei der Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung der städtebaulichen Gesamtmaßnahme, Vorbereitung der Fördermaßnahmen bzw. Einzelmaßnahmen

  • Beratung bei der Erarbeitung der städtebaulichen Rahmenplanung/Entwicklungskonzepte
  • Bewirtschaftung und Verwaltung des Treuhandvermögens
  • Erörterung der Sanierungsbeteiligten und Ausarbeitung der rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen bzgl. Grundstückseigentum
  • Bau-, vergaberechtliche- und förderrechtliche Beratung der Stadt
  • Mittelverwaltung im Sondervermögen: Terminkoordination, Erarbeitung der jährlichen Programm-/Förderanträge, Erarbeitung der Zwischenabrechnungen, Kontakt zu Bewilligungsstellen und Ministerien
  • Aufstellen und Fortschreiben von Kosten- und Finanzierungsübersicht i.S.v. §149 BauGB
  • Erschließungsmaßnahmen: Unterstützung und Beratung bei der Organisation verkehrsberuhigender Maßnahmen (inkl. Straßenrückbau), Aufwertung öffentlicher Räume (Universitätsgelände)
  • Beratung und Begleitung bei der Einrichtung eines Verfügungsfonds
  • Mitwirkung bei der Öffentlichkeitsarbeit in Abstimmung mit der Stadt

  • Vorbereitung und Mitwirkung für eine abschließende Dokumentation

 

Auftraggeberin:
Stadt Osnabrück

Programmkomponente:
Lebendige Zentren

Art des Auftrags:
Treuhänderischer Sanierungsträger

Bearbeitungszeitraum:
2018 – 2026 (voraussichtlicher Abschluss)

Projektvolumen:
11 Mio. € (Stand 02/2023)

Projektleitung:
Panagiotis Kiriakidis

© Foto 1: POLA Landschaftsarchitekten GmbH
© Fotos 2-4: GOS mbH